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ENTWURF DER BEGRÜSSUNGSREDE FÜR DIE PRESSEKONFERENZ ZUR VORSTELLUNG DER STIFTUNG BILDUNG / EĞİTİM, 30.03.2012

ENTWURF DER BEGRÜSSUNGSREDE FÜR DIE
PRESSEKONFERENZ ZUR VORSTELLUNG DER STIFTUNG
BILDUNG/EĞİTİM

Sehr geehrte Herr Şahin,
sehr geehrte Staatsministerin, Frau Prof. Dr. Böhmer,
sehr geehrte Frau Ministerin Özkan,
verehrte Abgeordnete und Parteivertreter,
verehrte Vertreter der Wirtschaft
und werte Gäste,

wir sind heute anlässlich der Gründung der „Stiftung Bildung/Eğitim“ zusammengekommen, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Bildung der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu fördern und die Berufschancen der jungen Menschen ausländischer Herkunft zu verbessern.

Die Stiftung will Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bei ihrer schulischen, akademischen und beruflichen Bildung unterstützen, ihnen im Bildungs- und Berufsleben beratend zur Seite stehen und sicherstellen, dass sie diesbezüglich alle Möglichkeiten vollends nutzen können. Zudem möchte die Stiftung die Rolle einer interkulturellen Plattform für die Förderung der beidseitigen Integration übernehmen.

Diese Aufgabe der Stiftung ist von größter Bedeutung. Da ein Großteil der Hindernisse und Probleme der Migranten im Allgemeinen und der türkischen und türkeistämmigen Migranten im Besonderen durch Erfolge bei der Bildung und Beschäftigung gelöst werden können.

Die Bildungsstatistiken zeigen allerdings, dass die Migranten bei der Bildung den gewünschten Stand noch nicht erreicht haben. Das deutsche Bildungssystem, das eine nahezu unumkehrbare Trennung der Bildungswege in einem sehr frühen Alter vorsieht und in dem nicht das Potenzial eines Schülers, sondern seine Sprachkenntnisse entscheidend sind, stellt ein erhebliches Hindernis für den Bildungserfolg der Kinder mit Migrationshintergrund dar. Aufgrund der föderalen Struktur gibt es in Deutschland 2.500 unterschiedliche Lehrpläne in den sechzehn unterschiedlichen Schulsystemen, was sich wiederum negativ auf den Bildungserfolg auswirkt.

Internationale Organisationen wie die UN und OECD kritisieren das deutsche Bildungssystem dafür, dass es den Kindern aus unteren Gesellschaftsschichten, insbesondere den Migranten, nicht genügend Chancen bietet.

Die Ergebnisse der PISA-Studien (internationale Schulleitungsstudien der OECD) deuten darauf hin, dass Kinder aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien aufgrund des Schulsystems in Deutschland häufig niedrige Bildungseinrichtungen besuchen. Auch die Studien des Max-Planck-Instituts bestätigen leider dieses negative Bild.

Ein Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes von 2010 zeigt, dass die Kinder mit Migrationshintergrund aufgrund des deutschen Bildungssystems diskriminiert werden, dass, während jedes dritte deutsche Kind das Gymnasium besucht, nur jedes zehnte ausländische Kind das Gymnasium besuchen kann und nur drei Prozent der Studierenden in Deutschland einen Migrationshintergrund haben.

Die gegenwärtige Situation belegt, dass die Migrantenkinder zur Verbesserung ihres Bildungserfolgs und ihrer Chancen im deutschen Bildungssystem besonders unterstützt und gefördert werden müssen.

Hierbei kommen sowohl den deutschen Behörden, als auch den Herkunftsländern der Migranten und Einrichtungen wie der Stiftung Bildung/Eğitim wichtige Aufgaben zu.

Es ist an uns, festzustellen, was für den Erfolg der Kinder mit Migrationshintergrund und für die Nutzung der bestmöglichen Bildungsangebote nötig ist und dementsprechend zu handeln. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Kinder mit vorschulischer Bildung in späteren Jahren erfolgreicher sind, sollten wir unsere vorschulische Frühförderung ab dem dritten Lebensjahr verstärkt fortführen. Zudem sollten wir die Migrantenfamilien über das deutsche Bildungssystem ausführlich informieren und aufklären. Es sollte dafür gesorgt werden, dass mehr Schüler das Gymnasium besuchen, so dass sie die Möglichkeit erhalten, später an einer Universität studieren zu können. Diejenigen jedoch, die nicht in der Lage sind, diesen Weg einzuschlagen, sollten Zugang zu einer Berufsausbildung erhalten.

Werte Gäste,

ich bin überzeugt, dass die Stiftung Bildung/Eğitim, die eine sehr wichtige soziale Aufgabe übernommen hat, im Hinblick auf das Erreichen der aufgeführten Ziele sehr wertvolle Arbeit leisten wird. Angesichts der Tatsache, dass die wertvollste Investition überhaupt in den Menschen ist, bin ich der festen Überzeugung, dass diese Arbeiten mit dem Zweck, die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu hochqualifizierten Individuen heranzuziehen, wodurch sie auch zu der hiesigen Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten würden, von allen Seiten Unterstützung erfahren werden.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.