Türkiye Cumhuriyeti

Berlin Büyükelçiliği

Konuşma Metinleri

Rede des Botschafters der Republik Türkei in Deutschland, S. E. Herrn Ahmet Acet, anlässlich der Ausstellung “50 Jahre Migration: Zeitzeuge Hürriyet”, 05.10.2011

Verehrte Gäste,

in diesem Jahr erleben wir deutschlandweit eine Vielzahl von Veranstaltungen aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland. Die in Deutschland lebenden Türken und türkischstämmigen Deutschen ziehen gemeinsam mit Vertretern der deutschen Regierung und Gesellschaft Bilanz einer 50-jährigen gemeinsamen Vergangenheit. Dabei werden klischeehafte Äußerungen wie „Wir riefen Arbeitskräfte, aber es kamen Menschen“ oder „Ausländer in Deutschland, Deutschländer in der Türkei“ in Erinnerung gerufen und die Fehler der Vergangenheit hervorgehoben. Gleichzeitig aber auch werden die künftigen Möglichkeiten und Perspektiven aufgezeigt.

Das am meisten verwendete Wort hierbei ist wohl „Integration“.

Nach meinen Beobachtungen spiegeln die Treffen, Konferenzen und Feierlichkeiten überall in Deutschland eine Tatsache sehr gut wider: Der aufrichtige Wille aller Seiten zu einem friedlichen und glücklichen Miteinander. Die engen historischen Bande zwischen Türken und Deutschen machen dies ohnehin erforderlich.

In dieser Ausstellung von Hürriyet Avrupa heute Abend wird die Geschichte der Migration unserer Landsleute nach Deutschland anhand Fotos erzählt. Dabei hält Hürriyet die Erinnerungen des 50-jährigen Abenteuers der Zuwanderung in Fotos fest und führt uns vor, wo wir angefangen haben und wo wir heute stehen.

Die Geschichte der Hürriyet in Deutschland ist mindestens so alt wie die der Zuwanderung. In den ersten Jahren kam die Türkeiausgabe der Hürriyet per Post und mit Verspätung nach Deutschland. Hürriyet wurde dann in den folgenden Jahren dank ihrer modernen Druckereien und ihres breiten Netzwerkes von Korrespondenten zur Stimme der Türken in Deutschland und in ganz Europa. Während in den ersten Jahren nur über die Arbeiter und deren Probleme geschrieben wurde, haben in den 50 Jahren Unternehmer, Ärzte, Ingenieure, Sportler, Künstler, Politiker, Manager, Anwälte und hunderte anderer Erfolgsgeschichten die Stelle übernommen. Wussten Sie z. B. dass es auch türkischstämmige Richter und Staatsanwälte gibt oder dass letzte Woche in der Sendung „Wer wird Millionär?“ eine türkischstämmige Kandidatin es bis zur 64.000 Euro-Frage geschafft hat?

Wir alle schätzen die positive Rolle der türkischen Medien in Deutschland für die hier lebenden Türken im Hinblick auf „Information“ und „Bewusstseinsbildung“. Als eine der wichtigsten türkischen Zeitungen in Deutschland beschränkt sich die Hürriyet nicht nur auf Nachrichtenvermittlung, sie leistet auch einen Beitrag dazu, dass unsere Landsleute sich in der Fremde zu Recht finden, sich integrieren, ihr Heimweh stillen, sich gegenseitig unterstützen, die Sprache lernen, ihrer Rechte und Interessen bewusst werden, für ihre Sache eintreten, Lösungen für ihre Probleme suchen, sich informieren und Rat holen. Und die Ausstellung heute Abend stellt eine Zusammenfassung von alldem dar.

Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich bei der Leitung und allen Mitarbeitern der Hürriyet für diese bedeutende Ausstellung und ihre Dienste für die türkische Gemeinschaft in Deutschland. Wir sind der festen Überzeugung, dass diese wichtigen Dienste in den kommenden Jahren noch mehr und vielfältiger werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.